Im Browser ansehen
hr Religion und Kirche
24.07.2026

Liebe Leserinnen und Leser,

Peter Thiel liebt es groß. Und deshalb macht sich der Tech-Milliardär aus dem Silicon Valley, Gründer von PayPal und Kopf hinter der Überwachungs-Software Palantir gerade auch große Sorgen: Wir leben in apokalyptischen Zeiten. Die Endzeit naht. Der Antichrist kommt. Darüber hat Thiel, der Investor und Computerspezialist, kürzlich einige Vorträge gehalten, vor erlesenem Publikum, an geheimem Ort, in Rom, vor den Toren des Vatikan.

Ein Signal. Denn Thiel sieht einen großen Verbündeten an seiner Seite: Papst Benedikt XVI. Der habe auch vor dem Antichristen gewarnt. Leider erst in seinem letzten Lebensjahr, "als keiner ihm mehr zuhörte". Benedikt sei wohl zu ängstlich gewesen. Aber Thiel ist nicht so ängstlich wie der Papst. Er warnt vor dem Antichristen. Das ist seine Mission. Thiel hat längst deutlich gemacht, dass für ihn (Investoren-)Freiheit und Demokratie unvereinbar sind. Und er hat in der Bibel gelesen, dass der Antichrist unter anderem den Menschen einen (falschen) Frieden und Sicherheit verspricht.

Deshalb sieht er den Antichristen heute überall dort am Werk, wo für den Frieden geworben oder gearbeitet wird. Zum Beispiel schon der frühere Tübinger Theologe Hans Küng mit seinem "Projekt Weltethos". "Kein Weltfriede ohne Frieden zwischen den Religionen", davon war Küng überzeugt. Für Thiel ein Satz aus dem Lehrbuch des Antichristen. Den wenigstens habe Benedikt schon bekämpft, schreibt Thiel jetzt in einem konservativen US-Philosophiemagazin. Aber auch Friedensorganisationen wie die Vereinten Nationen oder die Europäische Union gehören für Thiel zur globalen Front des Antichristen. Und die müssen von einem weißen christlichen Amerika bekämpft werden. Dafür hat Thiel als einer der ersten Trump finanziert. Deshalb baut er für die Zeit nach Trump den konvertierten Katholiken JD Vance auf. 

Papst Leo XIV. übrigens betreibt in Thiels Augen mit seiner neuen Enzyklika über die Bewahrung der Menschlichkeit in Zeiten der technologischen Revolution durch Künstliche Intelligenz und seiner Forderung nach Transparenz und demokratischer Regulierung der KI nur das Geschäft von Chinas Kommunisten. Also, vermutlich schon ganz nahe beim Antichristen. 

Renommierte katholische Theologen aus verschiedenen Ländern haben in diesen Tagen gewarnt vor dieser neuen Theologie der Tech-Ideologen. Es sei nicht die Frage, ob ein Milliardär über den Antichristen spekulieren darf, schreibt etwa der Jesuit Kuruvilla Pandikattu im Online-Portal "global catholic". Aber "wenn Reichtum, Technologie und politische Ideologie anfangen, so zu sprechen, als seien sie die Hüter des letzten Dramas der Geschichte", dann sollte das Christentum dieser Versuchung entschieden widerstehen, schreibt Pandikattu. Ich meine, dieser Satz gilt nicht nur für den Vatikan oder die katholische Kirche im engeren Sinn. 

Peter Thiel hat übrigens vorgesorgt. In Buenos Aires hat er sich ein Anwesen gekauft, lebt jetzt vorübergehend mit seinem Mann dort, hat die Kinder in der Schule angemeldet. Der Grund dafür ist allerdings noch banal: In Kalifornien könnte er bald fünf Prozent seines Vermögens abgeben müssen. Er besitzt bereits einen neuseeländischen Pass, einen maltesischen hat er beantragt, berichtet Tech-Journalist Fritz Espenlaub, Autor des hörenswerten DLF-Podcast "Die Peter-Thiel-Story". Auch in Uruguay habe er Grundstücke gekauft, über die seit Jahren als möglicher Krisenbunker spekuliert werde. Klar, damit Peter Thiel im Fall der Apokalypse wenigstens sein Luxus und sein Vermögen bleiben.

Herzlich,
Lothar Bauerochse, hr Religion & Kirche

Weißt Du noch…? – Geschichten, die uns prägen  

hr1 am Sonntagmorgen | 26. Juli, 6 – 10 Uhr
jeweils zwei junge Frauen und Männer sitzen locker beim Kaffee zusammen und lachen herzlich über das, worüber sie sprechen
Im Gespräch über das Leben. © Toa Heftiba Unsplash
Schon als Kinder haben wir es geliebt, Geschichten zu hören. Abends vor dem Einschlafen. Oder wenn Oma erzählte. Geschichten eröffnen uns die Welt, deuten das Leben. Sie zeigen uns, was wichtig ist, was gut ist, was böse. Und im Laufe der Jahre wird unser Leben selbst zur Geschichte. Die großen und kleinen Geschichten, die Abenteuer, die Beziehungen, die Erfolge und das Scheitern, das Wunderbare und das Schreckliche – all das prägt, wer wir sind. Am Sonntagmorgen beschäftigen wir uns mit der besonderen Kraft, die in Geschichten steckt. 

"Heilige Orte" (5/7) – Lebendige Urzeit:
Der Nationalpark Kellerwald

Camino | hr2-kultur | Sonntag, 26. Juli, 11:30 Uhr
Camino | hr INFO | Sonntag, 26. Juli, 13:05 Uhr
eine von innen erleuchtete Kapelle vor dunklem Wald, gelb gefärbter Himmel und dem ARD-Logo
Sehnsuchtsort Nationalpark Kellerwald © Grafik: WDR/Foto: Evgeni Tcherkasski
Seit jeher ist der Wald für viele Menschen ein Kraftort und ein Ort der Spiritualität. Der Nationalpark Kellerwald ist UNESCO-Welterbe. Hier leben seltene Käfer und Insekten, deren Vorfahren noch die Dinosaurier kannten. Und er war der ursprüngliche Lebensraum unserer Vorfahren. Heute suchen viele diese tiefe Verbindung zur Natur, sie kommen zur Selbsterfahrung bei der Wildnis-Wanderung oder zum Wald-Yoga. Auf einer Anhöhe mit Weitblick beteten angeblich schon die alten Germanen. Ein heiliger Ort inmitten urzeitlicher Wildnis.

Zwischen Strand und Lebensfragen – Urlauber-Seelsorge am Edersee 

hr4 | Gemeindeporträt | Sonntag, 26. Juli, 8:40 Uhr
Luftaufnahme des Edersees mit Niedrigwasser und einem Ausflugsdampfer
Der Edersee: Campinghotspot und Ferienregion auch bei Niedrigwasser © picture alliance-dpa/Christian Lademann
In der Ruhe des Urlaubs finden Gedanken Raum, die im Alltag oft zu kurz kommen. Gerade in den Ferien denken viele über Grundsätzliches in ihrem Leben nach. Fragen tauchen auf, Probleme drücken, Freude möchte geteilt werden. Da ist es gut, wenn jemand zuhört. Genau das bietet Kirche Unterwegs mit seiner Urlaubsseelsorge am Edersee. Zwischen Grill und Strand bringt das Angebot der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck Menschen miteinander und mit Gott ins Gespräch.

"Heilige Orte" (6/7) – Abtei Tholey: Moderne Weltkunst im ältesten Kloster Deutschlands

Camino | hr2-kultur | Sonntag, 02. August, 11:30 Uhr
Camino | hr INFO | Sonntag, 02. August, 13:05 Uhr
Außenansicht der Abtei Tholey mit Kichturm vor gelbem Himmel und dem Schriftzug "Heilige Orte"
Geistlicher Ort mit Strahlkraft: die Abtei Tholey © Grafik: WDR/Foto: Oliver Buchholz/SR
Das älteste Kloster Deutschlands liegt nicht in einer der großen Metropolen, sondern im Nordsaarland. Vor 1.400 Jahren wurde die Benediktinerabtei Tholey erstmals urkundlich erwähnt. Und auch wenn es vor rund zwei Jahrzehnten gar nicht danach aussah, ist die Abtei heute ein sehr lebendiger geistlicher Ort. Besonders die Kirchenfenster von Gerhard Richter und Mahbuba Maqsoodi haben der Abtei Tholey vor ein paar Jahren große Aufmerksamkeit verschafft. Elf Mönche halten das Kloster heute lebendig für die moderne Kunstwelt, für spirituell begeisterte Pilger und auch für weniger religiöse Touristen.

Mit Popsongs auf Sinnsuche: "Hinaus ins Weite!"

hr1 | Sonntagsgedanken | Sommerreihe, jeweils ca. 7:45 Uhr
Hier gibt's einen Überblick über alle Sendungen der Sommerreihe der hr1 Sonntagsgedanken. Mehr zu den Beiträgen und Autor*innen auf dieser ökumenischen Homepage.
Porträt von Pfarrerin Ksenika Auksutat
Porträt von Pfarrerin Anke Jarzina

Ein Song geht viral – KitschKrieg feat. Shirin David: "Gut genug"

DASDING | Songcheck| Samstag, 1. August, ca. 15:40 Uhr
junge Frau mit Brille und langen Haaren schaut ernst in einen Spiegel
Gut genug. Einfach so. © Roxana Maria auf Unsplash
Ein Blick in den Spiegel – und schon geht's los: Bauch zu dick, Haare zu dünn, Nase zu groß. Irgendwas ist immer. Darum geht's in "Gut genug", der zum viralen Hit wurde. Der Song kritisiert, dass wir zu hart zu uns selbst sind, weil wir glauben, bestimmten Erwartungen entsprechen zu müssen. Der Autor des Songchecks hat dazu einen passenden "Hammersatz" in der Bibel entdeckt.

Service & Kontakt

Haben Sie Fragen, Wünsche, Anregungen?

Rufen Sie uns an:
Telefon: +49 69 155-3533
Kontaktieren Sie hr Religion und KircheZur hr Religion und Kirche Webseite, Podcasts, Manuskripte und Programmvorschau

Hessischer Rundfunk
Anstalt des öffentlichen Rechts
Bertramstraße 8
60320 Frankfurt
Deutschland
Telefonnummer: +49 69 155-5111
E-Mail: hzs@hr.de

Umsatzsteuer-ID: DE 114110440

Gesetzlicher Vertreter:
Florian Hager (Intendant)
Bertramstraße 8
60320 Frankfurt
Deutschland

Inhaltlich Verantwortlicher i.S.v. § 18 Abs. 2 MStV:
Julia Krittian (Programmdirektorin)
Bertramstraße 8
60320 Frankfurt
Deutschland

Aufsicht
Die beiden zuständigen Aufsichtsgremien des Hessischen Rundfunks sind der Rundfunkrat und der Verwaltungsrat. Der Hessische Rundfunk unterliegt der Rechtsaufsicht des Landes Hessen, die von der Hessischen Staatskanzlei wahrgenommen wird.
Datenschutz
Falls Sie den hr Religion und Kirche Newsletter nicht mehr erhalten möchten, klicken Sie bitte hier.