Ihre Meinung zum Thema WaldHier in Neu-Anspach gibt es seit den verheerenden Hitzesommern mit Borkenkäfer und Stürmen die Wald-Liebe. Eine private Initiative, die in den letzten Jahren Hunderttausende Bäume unterschiedlichster Arten gepflanzt. Die Initiativen gibt es.
ABER die behördliche Bremsklötze dämpfen und kämpfen um ihre Daseinsberechtigung. So gab es die Idee, das von den Höhen abfließende Wasser in kleinen Becken aufzufangen, dass es in den Boden einsickern und so den Wald länger zur Verfügung steht.
Aber das Ausheben solcher naturbelassen Vertiefungen galt dann als Rückhaltebecken und bedurfte so der Genehmigung der Oberen Wasserbehörde, der Unteren Wasserbehörde, der Umweltbehörde … und sollte dann ein Vielfaches der Arbeitsstunde eines Baggers für diese Arbeit kosten.
Es kam ein kluger Kopf darauf, diese Maßnahme "Himmelsteiche" zu nennen und damit gab es keinen Zugriff mehr von der Oberen Wasserbehörde, der Unteren Wasserbehörde, der Umweltbehörde …. Und es wurden solche Himmelsteiche angelegt.
Eine private Initiative in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Forstamt hat hier immenses geleistet und kann gar nicht genug als Vorbild für andere Waldgebiete und zum Abbau überflüssiger Bürokratie genannt werden.
Ich brauche den Wald, WIR ALLE brauchen den Wald und all die anderen natürlichen Ressourcen, denn ohne ihn wäre ein Leben vielleicht möglich, aber nicht lebenswert.
Michael von Kessler
Ja, ich bin gerne im Wald unterwegs. Der Wald ist für mich der beste Ausgleich zum Alltag. Besonders nach OP und stressigen Phasen hilft mir schon ein kurzer Spaziergang zwischen den Bäumen.
Die Ruhe, der Geruch nach Moos und Harz, das Licht das durch die Blätter fällt – da komm ich richtig runter und kann wieder klar denken. Von Sinsheim aus hat man ja zum Glück direkt Natur vor der Tür.
Und zum Schutz vom Waldmache ich Folgendes:
1. Müll mitnehmen statt liegen lassen. Klingt banal, aber ich packe mir immer einen kleinen Beutel ein. Was andere liegen lassen, nehme ich mit – egal ob Flasche oder Taschentuch.
2. Auf den Wegen bleiben: Gerade im Frühling, wenn Rehe Kitze setzen oder Vögel brüten, weiche ich nicht in die Büsche aus. So störe ich die Tiere nicht.
3. Kein Lagerfeuer + kein Grillen im Wald: Gerade jetzt, wo es öfter trocken ist, ist Brandgefahr einfach zu hoch. Lieber Picknickdecke auf der Wiese am Waldrand.
4. Bewusst einkaufen: Ich achte drauf, ob Holzprodukte ein FSC-Siegelhaben. Weil jeder Baum der unnötig gefällt wird, fehlt am Ende.
Der Wald gibt uns so viel: saubere Luft, Ruhe, Wasser. Ein bisschen Respekt zurückgeben ist für mich selbstverständlich.
Tina Zahn Spechbach bei Heidelberg
Bereits während meiner Schulzeit empfand ich Wälder als Kontrast und Widerspruch zum Industriegebiet, in dem ich lebte. (…) Damals in den 1950er- und 1960er-Jahren störte mich der Tourismus in solchen Waldlandschaften wenig.
Auf dem dichten Netz an Wanderwegen, die vom Sauerländischen Gebirgsverein angelegt worden waren, gab es keine Staus. An den Talsperren (Möhne, Sorpe) war hingegen immer viel Betrieb. Radwege durch den Wald waren damals noch nahezu unbekannt, vor allem solche für Mountainbiker. (…)
Als Erwachsener fuhr ich gern in den Odenwald, vorwiegend nach Neckarsteinach und Hirschhorn. (…) Wenig später entdeckte ich auf der westlichen Seite des Oberrheingrabens den Pfälzer Wald. Er wurde unser liebstes Waldgebiet. Das lag einerseits an seiner Geschlossenheit, andererseits an den romantischen kleinen Orten und der Nähe zur Weinstraße. (…)
Ende der 1970er-Jahre entdeckte die Theologie die Natur und speziell den Wald. Ausgangspunkt waren neuere exegetische Thesen zum Römerbrief, speziell zu Kapitel 8, Verse 18 – 24.
Paulus, der mutmaßliche Autor, sprach darin die Befreiung des Menschen und der Natur von geistigen und materiellen Zwängen an. Esoterisch-spiritistische Fraktionen von Gemeindemitgliedern gingen daraufhin in die Wälder, hielten Waldandachten und umarmten die Bäume. (…)
Je mehr ich den Wald schätzen lernte, umso seltener gehe ich hinein. Denn er bedarf des Schutzes. Durch eine klare Klimapolitik und durch restriktive Maßnahmen hinsichtlich Spazierengehen und Wandern. Radfahren sollte ohne Wenn und Aber untersagt werden.
Klaus Philipp Mertens
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