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hr Religion und Kirche
26.06.2026

Liebe Leserinnen und Leser,

in dieser Woche saß ich im Theater. Als ich mich so umschaute, bemerkte ich – eine Inflation von Fächern. Egal ob Männer oder Frauen, junge oder alte, viele wedelten mit dem bunten Dreieck und brachten die Luft vor der eigenen Nase in Bewegung. Dabei war der Raum ganz angenehm gekühlt. 

Und nicht nur dort. Der gute alte Handfächer ist wieder so richtig im Trend. Er ist ja auch ein prima Hitze-Accessoire. Schon die alten Ägypter wussten, wenn es heiß ist und kein Lüftchen sich regt, dann wirken wedelnde Palmblätter Wunder. Auch in China haben die praktischen Sommerbegleiter eine jahrtausendealte Tradition. In Europa waren sie lange ein Statussymbol des Adels. Da war klar: Wem frische Luft zugefächert wird, der ist oben. Wer fächern muss, der ist unten. Auch der eine oder andere Papst ließ sich von einem Flabellum, oft aus Pfauenfedern, frische Luft zuführen. Außerdem sollten die schmucken Teile Fliegen und andere Insekten von den Opfergaben fernhalten. Im Gottesdienst zu fächern war den Gläubigen allerdings verboten, galt als pietätlos, mitunter sogar als Teufelswerk. Die Zeiten ändern sich allerdings: Während der katholischen Weltsynode in Rom im Herbst 2024 forderte eine Gruppe Weiheämter für Frauen. Auf dem Petersplatz öffneten die Teilnehmerinnen Fächer in Lila mit der Botschaft "Why not me?" – Warum nicht ich? 

In Bielefeld gibt es ein Fächermuseum. Und dessen Leiterin hat dieser Tage darauf hingewiesen, dass die Kundigen früher mit Fächern auch wunderbar kommunizierten und verschwiegen flirten konnten: Wer etwa den Fächer in der linken Hand vors Gesicht hielt, suchte Bekanntschaft. Ließ die Fächerträgerin den Fächer über die Wange gleiten, hieß das: Ich liebe Dich! Dagegen: Wenn der geschlossene Fächer durch die Hand gezogen wird, soll das sagen: Ich hasse Dich! Sollten Ihnen also beim Fächern plötzlich böse Blicke begegnen oder das Gegenüber sehnsuchtsvoll mit den Augen klimpern, lohnt sich vielleicht ein Blick in das Lexikon der Fächersprache. 

Wie auch immer: Kommen Sie gut durch die heißen Tage.

Herzlich,
Lothar Bauerochse, hr Religion & Kirche

Geheimnisvoll und lebendig – Der Wald

hr1 am Sonntagmorgen | 28. Juni, 6 – 10 Uhr
Die Biegung eines Flüsschens unter grünem Blätterdach und bewachsenem Ufer im Nationalpark Kellerwald-Edersee
Die Banfe im Nationalpark Kellerwald-Edersee bei Bringhausen © picture alliance-dpa/Uwe Zucchi
Kühle schattige Plätze sind derzeit sehr gefragt. Ein Wald kann spürbare Erholung bieten, aber dem Wald geht es nicht gut. Darauf macht diese Woche ein ARD-Themenschwerpunkt aufmerksam. Es ist eine Menschheitsaufgabe, den Wald zu schützen. Das wissen die Kulturen eigentlich seit Jahrhunderten. Viele Religionen verehren heilige Bäume. Auch heute gibt es viele Menschen, die den Wald als spirituellen Ort neu entdecken. Gleichzeitig schwingen beim Gedanken an den Wald auch dunkle Bilder mit: "Im Wald, da sind die Räuber" heißt es schon im Kinderlied. Geheimnisvoll und lebendig. Der Wald als spiritueller Ort – das ist unser hr1-Sonntagsthema.

"Heilige Orte" (1/7) – Zwischen Kiez und Kult:
Das Hamburger Heiligengeistfeld

Camino | hr2-kultur | Sonntag, 28. Juni, 11:30 Uhr
Camino | hr INFO | Sonntag,  28. Juni, 13:05 Uhr
das Hamburger Volksfest mit Riesenrad, Fahrgeschäften und Fernsehturm mit Schriftzug "Heilige Orte" darüber
Volksfest "Hamburger Dom" © WDR/Foto: picture-alliance
Wer heilige Orte, alte Kultstätten, Wallfahrtsorte oder Tempel besuchen will, muss nicht weit fahren. Überall in Deutschland ziehen ganz besondere Orte jedes Jahr zigtausende Menschen an. Die ARD-Sommerserie "Heilige Orte" entdeckt ganz besondere Reiseziele. Zum Beispiel das Hamburger Heiligengeistfeld: Eines der größten Volksfeste, der Hamburger Dom, findet hier statt, in unmittelbarer Nähe der Reeperbahn und des FC St. Pauli. Wo also ist hier etwas Heiliges zu finden und was fasziniert daran?  

"Heilige Orte" (2/7): Wunder und Wellness – Bad Wilsnack 

Camino | hr2-kultur | Sonntag, 5. Juli, 11:30 Uhr
Camino | hr INFO | Sonntag, 5. Juli, 13:05 Uhr
Dach der Kirche St. Nikolai in Bad Wilsnack mit dem Schfriftzug "Heilige Orte"
Die Wunderblutkirche St. Nikolai in Bad Wilsnack © WDR/Foto: Bernd Settnik/picture alliance/ZB
In den Trümmern einer niedergebrannten Kirche im brandenburgischen Bad Wilsnack fand man im 14. Jahrhundert drei Hostien, darauf rote Tropfen. Für die Menschen damals ein klarer Fall: Blut. Damit wurde der Ort zum Wallfahrtszentrum. Die neu aufgebaute Wunderblutkirche verband inbrünstigen Glauben mit handfestem Tourismus. Das ist bis heute so.

Sommerreihe der hr1 Sonntagsgedanken: Mit Popsongs auf Sinnsuche – "Hinaus ins Weite!"

hr1 | Sonntagsgedanken | Sommerreihe, an acht Sonntagen ab 28. Juni, jeweils ca. 7:45 Uhr
Rückenansicht zweier Menschen, die Arm in Arm vor einem Rapsfeld stehen und in die Weite schauen
Nichts wie raus, es ist Sommer! © AdobeStock
Für viele es das Motto im Sommer und in den Ferien. Und es ist auch das Motto der diesjährigen Sommerreihe der hr1 Sonntagsgedanken. Seit 16 Jahren stoßen die Song-Interpretationen aus christlicher Sicht jeden Sommer auf große Resonanz bei den Hörerinnen und Hörern von hr1. 
Vom 28. Juni bis 16. August gehen evangelische und katholische Autorinnen und Autoren mit acht Songs immer sonntags in hr1 "auf Sinnsuche". Noch viel mehr rund um die Beiträge gibt es auf dieser ökumenischen Homepage.
Porträt von Stefan Herok
Porträt von Stefan Krebs

Im Porträt: Judith berät Geflüchtete im Asylverfahren

DASDING | Porträt | Samstags, 15:40 Uhr
Judith Spangenberg in einem Garten, sie liest in einem Buch mit dem Titel Ausländerrecht
Judith gibt alles als Asylberaterin. © Aaron Kniese
Wenn Geflüchtete sich an Judith Spangenberg wenden, muss es schnell gehen, denn oft droht die Abschiebung. Judith arbeitet in der Asylverfahrensberatung, die Menschen während und nach dem Asylverfahren begleitet. Sie unterstützt, wenn Behörden einen Fehler gemacht haben. Für viele ist Judith die einzige Anlaufstelle.

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