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02.04.2026

Liebe Hörerinnen und Hörer,

Die Liebe fürs Leben, der Seelenverwandte, ein Mensch, mit dem man alles teilt - die exklusive Zweierbeziehung gilt für viele als Maßstab. Aber taugt das Ideal heute noch?

Man darf bezweifeln, dass ein Mensch all unsere Wünsche erfüllen kann. Was passiert zum Beispiel, wenn die Partnerin oder der Partner liebend gerne reist, die bessere Hälfte aber nicht. Es ist nicht selten, dass Reisen dann eben mit Freunden stattfinden.

Sicherer sagen lässt sich: Wie wir Liebesbeziehungen führen, hat sich in den vergangenen Jahren gewandelt. Es gibt Studien, aus denen hervorgeht, dass alternative, offene Beziehungsmodelle sichtbarer werden - raus aus der gesellschaftlichen Nische. Dazu tragen auch die Sozialen Medien und zahlreiche Dating-Apps bei.

Ein alter Slogan der Frauenbewegung besagt: Das Private ist politisch. Sprich, die Machtverhältnisse, Rollenbilder und Abhängigkeiten werden hinterfragt. Denn die Gesellschaft beeinflusst Beziehungen und Beziehungen beeinflussen zugleich die Gesellschaft.

Was also macht gute Beziehungen wirklich aus? Können wir durch die Art, wie wir Beziehungen führen, etwas bewirken? Darum geht es in unserer TAG-Sendung am Dienstag.


Frage der Woche

In dieser Woche wollen wir von Ihnen wissen: Was macht für Sie eine Beziehung aus?Sind Beziehungen Privatsache oder haben sie auch eine politische oder gesellschaftliche Dimension?

Schreiben Sie uns Ihre Meinung per Mail! Einige Antworten werden wir - Ihr Einverständnis vorausgesetzt - in unserer Sendung thematisieren. Ein kleines "best of" gibt's auch nächste Woche hier im Newsletter. 

Bildquelle: Pexels/Leeloo The First

Unsere Themen der kommenden Woche

Hier ein Überblick über die Themen, die wir für nächste Woche geplant haben.

Dienstag: Beziehungen im Wandel
Mittwoch: Brauchen wir Bürokratie?
Donnerstag: Wie geht klimafreundliches Fliegen?

Natürlich kann sich aufgrund aktueller Ereignisse oder aus redaktionellen Gründen kurzfristig immer mal was ändern. Die endgültigen Themen und mehr Details zu den einzelnen Sendungen finden Sie auf unserer Website.


Ihre Meinung zum Thema Hoffnung

Ostern ist der höchste christliche Feiertag. Für gläubige Christen symbolisiert Ostern den Sieg des Lebens über den Tod. Dies schenkt Hoffnung. Wir wollten in der letzten Woche von Ihnen wissen: Worauf hoffen Sie?

Hier einige Auszüge Ihrer Antworten:

"Das ist für mich, je älter ich werde, eine zunehmend elementare Frage geworden. Ostern zog ich als Fest Weihnachten immer vor, weil es nicht so auf die Rührungstränendrüse drückte. Und der Gedanke der Auferstehung trug mich einige Jahrzehnte lang, bis mir irgendwann das Konzept mit der Erbsünde und Christus als dem definitiven Opferlamm nicht mehr einleuchtete.

Inzwischen bin ich in meinem Glaubensprozess an dem Punkt, wo ich es einerseits sehr schön fände, wenn es wirklich irgendein Fortbestehen gäbe nach dem Tod, das Bewusstsein sich mit anderen verbinden und austauschen könnte. Andererseits hat sich meine schon immer vorhandene Skepsis mit einem stärker werdenden Pessimismus verbunden und sagt mir: Lass alle Hoffnung fahren.

So lebe ich in dem seltsamen Zustand, dass ich einerseits Zwiesprache mit Gott halte, das Gebet mich durch jeden Tag begleitet als Ausdruck meiner Hoffnung, dass da jemand ist, der mir zuhört. Andererseits denke ich, dass unsere Unsterblichkeit darin besteht, in unsere Moleküle aufgelöst wieder in den Reigen des Lebens und Sterbens in der Natur zurückzukehren, solange es die Erde noch gibt als belebten Planeten, und danach in den Kosmos überzugehen.

Ansonsten ist meine Hoffnung auf sehr überschaubares Terrain beschränkt: auf ein paar liebe Menschen, meine Familie, meine wenigen Freunde, ohne irgendwelche konkreten Erwartungen. Was die Menschheit als Spezies betrifft, habe ich jede Hoffnung aufgegeben, dass wir es noch rechtzeitig kapieren und aufhören, unsere Lebensgrundlagen zu zerstören. (...)"

Maria Stein


"Hoffnung ist mehr als ein Ziel oder eine Berechnung. Hoffnung setzt voraus, ein Bewusstsein von sich selbst, ein Erleben von Zeit (Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft), ein Gefühl von Mangel oder Sehnsucht und die Fähigkeit, sich etwas zu wünschen, das über die Realität hinausgeht.

Während wir Menschen - gerade im christlichen Glauben an Ostern - auf Erlösung, Auferstehung und ewiges Leben hoffen, können wir von der „KI“ nichts erwarten. Die „KI“ kennt kein Leben, das sie verlieren oder gewinnen könnte.

Die christliche Theologie unterscheidet traditionell sehr klar zwischen dem Menschen und allem von ihm Geschaffenen. Dabei ist ein zentraler Gedanke: Der Mensch ist nicht nur ein funktionierendes Wesen, sondern ein Geschöpf mit Seele, geschaffen „im Bilde Gottes“ (Thomas von Aquin). Der Mensch hat eine Seele. Die Hoffnung des Menschen wurzelt in seiner Beziehung zu Gott. So gehört im Christentum die Hoffnung, neben Glaube und Liebe, zu den göttlichen Tugenden.

Sie richtet sich nicht auf Wahrscheinlichkeiten, sondern auf die Verheißung: Auferstehung, Erlösung, Gemeinschaft. Der Mensch ist Person, nicht nur System.

Für mich symbolisiert Ostern den Sieg des Lebensüber den Tod. Dabei hoffe ich, dass mein Leben mehr ist als das Sichtbare, das der Tod nicht das letzte Wort hat, dass Leid und Unvollkommenheit nicht sinnlos bleiben, dass es eine Form von Gerechtigkeit oder Vollendung gibt, dass mein eigenes Leben getragen ist, dass mein Dasein nicht zufällig ist und nicht im Nichts endet.

Mein Leben ist eingebettet in Gottes Wirklichkeit und endet nicht mit dem Tod, sondern es vollendet sich. Ich hoffe, dass mein Leben Sinn und Richtung hatte, dass mein Handeln Frucht getragen hat - auch über den Tod hinaus, dass das, was im Glauben von mir gelebt wurde, nicht verloren geht und dass ich in Gott geborgen bleibe.

Ich habe nicht nur an meinen Glauben gedacht, sondern ihn auch verkörpert, in der Familie, im Beruf und im Alltag. Mein Leben wirkt weiter in unseren Kindern, in den Menschen, denen ich begegnet bin, in dem Guten, was ich getan habe: Ewigkeit bei Gott- Wirkung in der Welt. Nicht ich halte an Gott fest, sondern Gott hält mich fest."
Dieter Kühmichel


"Jemand von uns Jungen und Mädchen, die wir in der Nachbarschaft der katholischen Volksschule wohnten, unterschiedlichen Konfessionen angehörten oder gottlos waren, hatte mit geklauter roter Schulkreide an die triste graue Mauer des Schulhofs geschrieben: „Die Nonnen schwitzen in den Klostern, es wird Ostern“. Das war das Signal zum Aufbruch in fünf langweilige Feiertage, die schwer auf den Ferien lasteten.

Damals in den 1950er- und 1960er-Jahren endete das Schuljahr mit Ferienbeginn, entweder in den letzten Tagen des März oder den ersten im April. Es gab Zeugnisse, man wurde versetzt oder auch nicht. Nach den Ferien begann für alle Schüler ein neues Jahr. (...)

Vor diesem Hintergrund betrachtet, waren die knapp dreiwöchigen Osterferien eine Zwischenzeit, die man intensiv ausleben wollte. Denn wer konnte wissen, was danach kommen würde. Die kirchlichen Feiern um den toten und dann auferstandenen Jesus interessierten uns nicht – mit ganz wenigen Ausnahmen. Diesen gläubigen und altklugen Kindern sah man ihren strengen Katholizismus bereits auf wenige hundert Meter Entfernung an. (...)

In unserem Viertel, das in Sichtweite eines Kohlebergwerks, einer Kokerei und eines Kohlestaubkraftwerks lag, also mitten im Dreck des Ruhrgebiets, war in den kleinen Gärten kein Platz für bunte Eier. Der blieb dem Gemüseanbau vorbehalten. Und diente als Auslauffläche für Hühner. Am Ostersonntag stand jedoch ein kleiner Korb mit hartgekochten, bunt angemalten Hühnereiern und Schokoeiern auf dem Frühstückstisch. (...)

Wiederholt sinnierten wir in der Passionszeit über den römischen Lichtergott Mithras, der auf altpersische Mythen zurückging. Die Legende gleicht derjenigen des Jesus. Ein Vatergott entsendet seinen Sohn, um die Welt vor dem Bösen zu retten. Geboren wird er aus einem Stein in einer Felsengrotte. Mithras versammelt 12 enge Anhänger um sich. Vor seinem Tod trifft er sich mit diesen zu einem letzten Abendmahl. Doch er verbleibt nicht in der Sphäre des Todes, sondern kehrt zu seinem Vater zurück. Das Symbol des Mithraskults ist ein gleichschenkeliges Kreuz.

Was soll man glauben, wenn der Glaube vor allem auf Nichtwissen beruht? Worauf kann man hoffen? Ich hoffe, dass die Menschheit zu neuer Erkenntnis gelangt, die alles Vorherige überwindet. Vor allem die Dummheit. Und sich künftig von einem mitfühlenden Verstand leiten lässt."

Ihr Klaus Philipp Mertens


Und damit verabschieden wir uns für diese Woche und wünschen Ihnen frohe Ostern! Vielleicht ja mit dem einen oder anderen Podcast von Der Tag ... 😊

Wenn Sie Anregungen, Fragen oder Feedback haben, schreiben Sie uns gerne eine Mail.

Viele Grüße und bis nächsten Freitag!

Susanne Mayer


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