Ludwigshafen war in den vergangenen Wochen Kinostadt. Jeden Sommer läuft dort das Festival des deutschen Films. Ein wunderbares Publikums-Fest in einer kleinen Zeltstadt unter großen ausladenden Platanen auf einer Parkinsel, direkt am Rhein gelegen. Viele der Produktionen dort sind übrigens durch die öffentlich-rechtlichen Sender, ARD und ZDF, ermöglicht.
Ich habe dort unter anderem
"Adams Acht" gesehen, ein intensiver, packender Film über den deutschen Ruder-Achter, der 1960 bei Olympia in Rom Gold holte. Eine wahre Geschichte vom Trainer Karl Adam, dem es gelingt, eine einzigartige Gemeinschaft zu formen. Der Film erzählt auch eine deutsche Ost-West-Geschichte und thematisiert den Umgang mit einer schuldhaften NS-Vergangenheit. Das Publikum im ausverkauften großen Kinozelt war von den ersten Sekunden an gefesselt, applaudierte schon während der Vorführung mehrmals. Als es dann im Nachgespräch auf diese Stimmung und diese Energie kam, sagte der Produzent einen Satz, der mich seither sehr beschäftigt: "Das ist ein Film über das Gelingen. Und sowas brauchen wir wohl gerade."
Denn es ist ja tatsächlich so. An diesem Wochenende werden wir bei den Wahlergebnissen erleben, dass diejenigen Oberwasser haben, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, alles schlecht zu reden. Wir selbst verfallen gerne in den gemeinschaftlichen Klagemodus: "Die da oben" kriegen es nicht hin. Die Bahn ist unpünktlich. Und in meinem Leben läuft es auch nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe. Schuld sind meist die anderen. Aber wann erzählen wir Geschichten vom Gelingen? Nehmen im persönlichen Umfeld wahr, wenn andere uns etwas Gutes tun oder wir etwas erreichen? Achten auf Menschen, die sich engagieren? Stärken diejenigen, die eine Last tragen und doch nicht aufgeben? Wir brauchen diese Geschichten des Gelingens. Mit den Sendungen und Filmen unserer Redaktion wollen wir auch immer wieder solche Geschichten erzählen. Und wenn Sie sich inspirieren lassen wollen, gehen Sie ins Kino.
"Adams Acht" startet Mitte September.
Herzlich,
Lothar Bauerochse, hr Religion & Kirche