Ihre Meinung zu TraumroutenWir wollten im letzten Newsletter von Ihnen wissen, wo Sie schon immer mal hin wollten. Hier sind einige Auszüge aus Ihren Antworten:
Orte, von denen ich träume oder wo ich rasch ins Träumen gelangen kann, habe ich vor allem in großer Zahl in Frankreich gefunden. Zumeist bin ich in eine bestimmte Region mit dem Auto gefahren oder geflogen, um sie näher kennenzulernen. So wurden beispielsweise das Elsass, Lothringen, die Champagne, die Bourgogne, die Franche-Comté, das Limousin und die Charentes, die Provence, das Languedoc sowie die Côte d’Azur Ziele vieler Einzelreisen. Doch nach zehn bis vierzehn Tagen musste ich wieder nach Deutschland zurückkehren. Und entwarf zuhause neue Reisepläne für das nächste Jahr.
Beim Planen wuchs der Wunsch, einmal in vier, maximal sechs Wochen sämtliche Traumorte in Frankreich zu besuchen (ohne längere Aufenthalte in Paris, Bordeaux und Marseille). Idealerweise mit der Eisenbahn, wobei es nicht ein TGV sein muss. Mir schweben Züge mit Schlaf- und Speisewagen vor (die SNCF betreibt wieder ein Nachtzugnetz). Diese und die Intercités rasen nicht an den Sehenswürdigkeiten vorbei, sondern man kann die Landschaften aus der Zuschauerperspektive wahrnehmen. Für das Übernachten vor Ort setze ich auf „Logis Hôtels“ (vormals Logis de France) der Qualitätsstufen 2 und 3. Und auf vorbestellte Mietwagen für die Mobilität vor Ort. In meiner digitalen Schublade liegt ein detaillierter Plan.
An einem schönen Tag Ende Mai soll die Frankreich-Traumtour beginnen. (...) Es soll eine Traumreise werden, wie man sie nur selten unternehmen kann, geprägt von Vielfältigkeit. Ich möchte die Weite der Landschaften spüren, aus dem Zugabteil heraus ihre Einmaligkeiten wahrnehmen, gelegentlich auch aus der Frontscheibenperspektive des Autos. Ich empfinde alles als Bereicherung und es formt sich – da bin ich sicher - ein exemplarisches Bild der Welt, befestigt an einer Kette französischer Städte, Regionen und vielen, vielen interessanten Menschen.
Klaus Philipp Mertens
Man muß nicht immer weit reisen. Die Sehnsuchtswege können mitunter vor der eigenen Haustür beginnen. Vor Jahren hatte ich mir einen lange gehegten Traum erfüllt. Schon oft hatte ich die nächtliche Stimmung in der Natur erlebt und so war der Wunsch entstanden, eine Nachtwanderung zu unternehmen von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang. Ich hatte mir also einen Weg durch den Odenwald ausgesucht, auf dem ich in die untergehende Sonne hineingehen und nach einem weiten Bogen dann der aufgehenden Sonne wieder entgegengehen konnte.
Zur Sommersonnenwende hatte ich mich auf den Weg gemacht. Der Beginn war auch etwa so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Je dunkler es aber wurde, desto mehr war ich darauf angewiesen, mich auf den Weg zu konzentrieren, so daß immer weniger Aufmerksamkeit für die Stimmung der Umgebung übrig blieb. Auch wenn der Himmel zu keinem Zeitpunkt (bis auf die Sterne) vollkommen dunkel wurde - der Mond erschien erst als schmale Sichel am Morgenhimmel - war selbst mit den an die Dunkelheit gewöhnten Augen der Weg am Boden nicht mehr zu erkennen. Und ich mußte ja auch irgendwie mitbekommen, wo ich abzweigen mußte.
Und als es dann wieder heller wurde, mußte ich mit der Müdigkeit und den Blasen an den Füßen kämpfen, die im Dunkeln auf den sehr unebenen Wegen ganz anders belastet werden, als wenn man sie automatisch mit Bedacht setzt. Dennoch sind viele Eindrücke geblieben, auch wenn es nicht das Erlebnis war, das ich mir vorher vorgestellt hatte. Und am Ende blieb auch ein wenig Stolz, nach 35 km in der Dunkelheit ohne technische Hilfsmittel wie Taschenlampe u.ä. auf kaum vertrauten Wegen die Orientierung bewahrt zu haben - ein Booster für das Selbstvertrauen.
Detlev Matthias Daniel
Viele meiner Sehnsuchtsorte habe ich bereits bereits - bleibt noch die Mongolei.
Die interessantesten Reiserouten habe ich eindeutig in den USA kennengelernt.
Sei es
1) von Minneapolis über Fargo (man denke an den Film) durch North Dakota und seine Francking Felder bis zum Yellowstone Park und zurück durch South Dakota vorbei an Mount Rushmore und dem Crasy Horse Memorial
2) von Süden nach Norden durch Alabama - mit Birmingham (bekannt durch das Lied Sweet Home Alabama) mit dem U.S. Space & Rocket Center in Huntsville
3) von Albuquerque bis nach Los Alamos, das wirklich total versteckt liegt.
Die Route 66 bietet allerdings nur noch das Städtchen Seligmann und den Ort Oatman mit seinen vielen, wilden Eseln (die sind aber wirklich toll).
Danach kommt aber gleich die Route entlang der Ostsee von Polen bis zu russischen Grenze.
Die baltischen Staaten bieten wunderbare Natur und Kultur.
Dort trifft man mehr oder minder zufällig auf das Gasthaus, in dem Baron Münchhausen seine Gattin ehelichte.
Katja Wolf
Es gibt nicht die eine Route, auf der ich gerne einmal reisen möchte.
Nach welchem Ort sehnen sie sich? Nach keinem bestimmten. Es sollte nicht zu kalt und nicht zu heiß sein; natürlich sollte die politische Lage stabil sein und man sollte als Frau sicher reisen können.
Die Hauptsache ist aber, dass es schön ruhig ist, bzw. dass es dort keine oder nur wenige Menschen gibt,
weil ich mit zunehmendem Alter keine - sagen wir es diplomatisch "anstrengenden" - Menschen mehr ertragen kann.
Lily Choe
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