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04.09.2026

Liebe Hörerinnen und Hörer,

es gibt nur wenige Jahrestage, die bei mir ein Gefühl von Entsetzen, Hilflosigkeit und Angst auslösen. So, wie die Terroranschläge am 11. September 2001 in den USA, die dort als "9/11" in die Geschichte eingingen. 

An diesem Dienstag vor 25 Jahren war ich in Frankfurt, exakt 6.201 Kilometer Luftlinie entfernt vom ersten Anschlagsort, dem World Trade Center (WTC) in New York City. Ich hatte Redaktionsdienst und starrte mit meinem Kollegen Udo auf einen eilig herbeigeholten Fernsehmonitor und verfolgte fassungslos, wie sich die Ereignisse überschlugen.

Nur wenige Minuten, nachdem die erste Maschine ins WTC eingeschlagen war, waren die Bilder weltweit im TV zu sehen. Der Einschlag in den zweiten Turm erfolgte vor laufenden Kameras. Damit war klar, dass es sich nicht um einen tragischen Unfall, sondern um koordinierte Terroranschläge handeln musste. 

Der erste der insgesamt vier Flugzeuganschläge ereignete sich um 8.46 Uhr Ortszeit. Nachdem die Täter eine Passagiermaschine von American-Airlines in ihre Gewalt gebracht hatten, lenkten sie den Flieger direkt in den Nordturm des World Trade Centers.

Um 9.03 Uhr flog eine zweite Maschine in den Südturm. Wegen der Brände, die durch die Einschläge und das Flugbenzin ausgelöst wurden, fielen die beiden tonnenschweren Hochhäuser wie bei einer Sprengung in sich zusammen. Gigantische Wolken aus Zementstaub, Glasfasern, Asbest, Büropapier und Trümmern hüllten den ganzen Stadtteil von Lower Manhattan ein. Sie nahmen den Menschen die Sicht und überzogen alles mit einer grauen Schicht. 

Mit einem dritten Flugzeug trafen die Attentäter das Pentagon bei Washington D.C.. Als viertes Ziel hatte der Anführer der Attentäter laut dem offiziellen 9/11-Kommissionsbericht das US-Kapitol im Visier. Dieser Plan wurde durch die Gegenwehr von Passagieren vereitelt. Die Flugzeugentführer brachten die Maschine dann bei Shanksville im Bundesstaat Pennsylvania zum Absturz.

Mit insgesamt 2996 Toten und mehr als 6000 Verletzten gelten die Terroranschläge des 11. September als die bisher schwersten der Geschichte. Sie haben weltweit tiefgreifende politische, gesellschaftliche und psychologische Zäsuren gesetzt und unser Sicherheitsgefühl nachhaltig erschüttert.

Sechs Jahre zuvor - genau am 11. September 1995 - besuchte ich als Pressevertreterin des hr das berühmte WM-Schachduell zwischen Garri Kasparow und Viswanathan Anand, das auf der Aussichtsplattform im 107. Stock des Südturms ausgetragen wurde.

Aus Angst vor Attenaten wurden Publikum, Presseleute und WM-Teilnehmer strengsten Sicherheitskontrollen unterzogen. Denn das World Trade Center war erstmals 1993 Ziel eines Anschlags gewesen - in der Tiefgarage des Nordturms. Dass ein möglicher Terroranschlag aus der Luft drohen könnte, hatte damals niemand auf dem Schirm.

Um den 11. September vor 25 Jahren, der die Weltgeschichte umschrieb, geht es in unserer DER TAG-Sendung am kommenden Donnerstag. Dazu auch unsere Frage der Woche. 

Frage der Woche

Wie und wo haben Sie die Terroranschläge am 11. September 2001 erlebt? Welche Bedeutung hat der 25. Jahrestag von 9/11 für Sie? 

Schreiben Sie uns Ihre Meinung per Mail! Einige Antworten werden wir - Ihr Einverständnis vorausgesetzt - in unserer Sendung thematisieren. Ein kleines "best of" gibt's auch nächste Woche hier im Newsletter. 

Zu sehen ist der Anschlag auf den zweiten Turm des New Yorker World Trade Centers am 11. September 2001. Bildquelle: picture alliance/ ZUMAPRESS.com | Syndi Pilar

Unsere Themen der kommenden Woche

Hier ein Überblick über die Themen, die wir für nächste Woche geplant haben.

Montag: Ausgezählt – wie weiter in Sachsen-Anhalt? 
Dienstag: Deutschlands Eliten – Leistung oder Herkunft?
Mittwoch: Longevity und Biohacking 
Donnerstag: 9/11 – eine neue Zeitrechnung 

Natürlich kann sich aufgrund aktueller Ereignisse oder aus redaktionellen Gründen kurzfristig immer mal was ändern. Die endgültigen Themen und mehr Details zu den einzelnen Sendungen finden Sie auf unserer Website.

Ihre Meinung: Wie haben Sie diesen Sommer erlebt? Und was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Es wurde die trockenste Sommerzeit, die ich bis jetzt erlebt habe. Tag für Tag begleitete mich diese andauernde Trockenheit als Warnung, als Bedrohung, als Menetekel, aber ganz besonders als der unerhörte Ruf der Kassandra. Jeden Tag dieses ungute Gefühl, als sei es schon Gewissheit: "Dies ist erst der Anfang!"

Mein Wunsch ist es, daß unsere Kinder noch einigermaßen gut über die Runden kommen. Sie haben für sich entschieden, selbst keine Kinder mehr in die Welt zu setzten, angesichts der katastrophalen Prioritätensetzungen der Verantwortungsträger und einiger -trägerinnen.

Ich wünsche mir öffentliche Gesprächsrunden, in denen Verantwortliche aus der Industrie zu Umweltprognosen und deren Bedingungen Stellung nehmen müssen, im Beisein ihrer Kinder, die diese Aussagen kommentieren und auf die Konsequenzen für ihre ganz private Zukunft hin werten.

Wir hatten Gelegenheiten genug in den Jahren von 1992 (Rio de Janeiro), bis 2025 (Belém), den Wandel einzudämmen. Nun, wo es dafür zu spät ist, möchte man reagieren und sich den Anforderungen anpassen, also bei diesem Beschleunigungsrennen hinterherlaufen. Nicht sehr schlau, dem galoppierenden Wandel weiterhin die Peitsche zu geben.

Rolf Lüüs


So sehr ich den Sommer liebe, aber dieser Sommer war echt die Hölle! Angesichts der mehr als 10.000 Hitzetoten habe ich - als widerstandsfähiger Kriegsjahrgang - den Horror überlebt. Oft an die armen kranken Menschen in Krankenhäusern und Pflegeheimen gedacht

Tagsüber war meine Badewanne ein Kneipp-Tretbecken mit kaltem Wasser, abends die lauwarme Dusche und eiskaltes Wasser an den Beinen und dicken Füßen. 

Wenn man bedenkt, dass dieserHorrorsommer künftig zum Dauerzustand wird, verbunden mit weiteren inflationären Preisen für Lebensmittel wie Brot, Gemüse, Obst etc., möchte man nur auswandern, am besten nach Norwegen, wo die glücklichsten Menschen leben, auch wenn's da mehr dunkel als hell ist.  

Erika von Landwüst


Den ersten außergewöhnlichen Hitzesommer erlebte ich 2003. Bereits damals fühlte ich mich in der Frankfurter Innenstadt besonders schutzlos. Als befände ich mich in einem Ort an der Nordseeküste, den man nicht mit Deichen gegen die Flut gesichert hat. 

Aktuell wundere ich mich über eine Kulturdezernentin, die über dem hässlichsten und menschenfeindlichstem Platz Frankfurts ein Netz spannen ließ, das sie für Kunst hält, anstatt das Pflaster aufzureißen und Sträucher und Bäume anzupflanzen. 

Die Hitze hat meinen Arbeitsrhythmus verändert. Früher hatte die Morgenstunde Gold in der Feder oder im Keyboard. Doch während der Hitze verlegte ich das Denken in den frühen Vormittag und machte lediglich handschriftliche Notizen (...). Am Abend und in den Nachtstunden tippte ich alles in den PC. Schlafen konnte ich vor drei Uhr ohnehin nicht.

Diese Klimaveränderung ist von Menschen gemacht. Außer den aggressiven Ignoranten der AfD und den grenzdebilen SUV-Fahrern weiß das jeder. Jetzt schlägt in den Großstädten die Stunde des Citoyens, der zu Fuß geht und den ÖPNV intensiv nutzt. 

Klaus Philipp Mertens


Tatsächlich habe ich diesen Sommer nicht so schlimm wie offenbar viele andere erlebt, denn ich war Mitte Juli bis Mitte August im Urlaub (erst England, dann Schweden). 

Mit Tino Chrupalla gehe ich insofern nicht konform, als dass ich diesen Sommer schon als außergewöhnlich trocken ansehe - allerdings nicht als künftige Norm. Ich gebe ihm aber darin Recht, dass CO2 kein Schadstoff, sondern ein lebenswichtiger Bestandteil unserer Atmosphäre ist. Die Sahel wird beispielsweise - das zeigen Satelliten-Daten - grüner. 

Natürlich schütteln in vielen südlicheren Länder die Menschen die Köpfe, wenn sie Deutsche über die Hitze jammern hören. Klimaanlagen wären eindeutig ein probates Mittel, Hitzeperioden angenehmer/ erträglicher zu gestalten. Woanders nutzt man das, statt sich im Leid zu suhlen.

Was ich mir wünsche: Einen Stopp vom Ausbau von Windkraftanlagen, die Böden versiegeln, gewachsenen Bodenstrukturen in Wäldern zerstören und bei Windflaute auch nichts liefern. (...) Wer wirklich meint, die CO2-Freisetzung mindern zu müssen, sollte sich im Klaren darüber sein, dass die Kernenergie sich hierzu perfekt anbietet.

Katja Wolf 


Was uns diese Woche beschäftigt hat


Damit verabschieden wir uns für diese Woche und wünschen Ihnen ein schönes Wochenende! Vielleicht ja mit dem einen oder anderen Podcast von Der Tag. 

Diesmal habe ich noch einen Seh-Tipp für Sie - die Doku "SEPTEMBER" in der ARD-Mediathek. Sie erzählt die Geschichte der Terroranschläge neu und rekonstruiert mit bislang unveröffentlichtem Archivmaterial, eindringlichen Zeitzeugen-Berichten und prominenten Stimmen die Tage vor und die ersten Wochen nach dem Terroranschlag. Im Mittelpunkt stehen Menschen, deren Leben sich für immer verändert hat.

Mehr möchte ich nicht spoilern und Ihnen empfehlen: Nehmen Sie sich 90 Minuten Zeit für "SEPTEMBER".

Viele Grüße und bis nächsten Freitag!
Susanne Reininger


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