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hr Religion und Kirche
04.09.2026

Liebe Leserinnen und Leser,

Ludwigshafen war in den vergangenen Wochen Kinostadt. Jeden Sommer läuft dort das Festival des deutschen Films. Ein wunderbares Publikums-Fest in einer kleinen Zeltstadt unter großen ausladenden Platanen auf einer Parkinsel, direkt am Rhein gelegen. Viele der Produktionen dort sind übrigens durch die öffentlich-rechtlichen Sender, ARD und ZDF, ermöglicht.

Ich habe dort unter anderem "Adams Acht" gesehen, ein intensiver, packender Film über den deutschen Ruder-Achter, der 1960 bei Olympia in Rom Gold holte. Eine wahre Geschichte vom Trainer Karl Adam, dem es gelingt, eine einzigartige Gemeinschaft zu formen. Der Film erzählt auch eine deutsche Ost-West-Geschichte und thematisiert den Umgang mit einer schuldhaften NS-Vergangenheit. Das Publikum im ausverkauften großen Kinozelt war von den ersten Sekunden an gefesselt, applaudierte schon während der Vorführung mehrmals. Als es dann im Nachgespräch auf diese Stimmung und diese Energie kam, sagte der Produzent einen Satz, der mich seither sehr beschäftigt: "Das ist ein Film über das Gelingen. Und sowas brauchen wir wohl gerade."

Denn es ist ja tatsächlich so. An diesem Wochenende werden wir bei den Wahlergebnissen erleben, dass diejenigen Oberwasser haben, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, alles schlecht zu reden. Wir selbst verfallen gerne in den gemeinschaftlichen Klagemodus: "Die da oben" kriegen es nicht hin. Die Bahn ist unpünktlich. Und in meinem Leben läuft es auch nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe. Schuld sind meist die anderen. Aber wann erzählen wir Geschichten vom Gelingen? Nehmen im persönlichen Umfeld wahr, wenn andere uns etwas Gutes tun oder wir etwas erreichen? Achten auf Menschen, die sich engagieren? Stärken diejenigen, die eine Last tragen und doch nicht aufgeben? Wir brauchen diese Geschichten des Gelingens. Mit den Sendungen und Filmen unserer Redaktion wollen wir auch immer wieder solche Geschichten erzählen. Und wenn Sie sich inspirieren lassen wollen, gehen Sie ins Kino. "Adams Acht" startet Mitte September.

Herzlich,
Lothar Bauerochse, hr Religion & Kirche

Takt des Lebens – den eigenen Rhythmus finden

hr1 am Sonntagmorgen | 6. September, 6 – 10 Uhr
viele Menschen überqueren einen Zebrastreifen in einer Stadt, Autos warten
Menschen in Großstädten bewegen sich nachweislich schneller. © Adobe Stock
"Mein Leben ist vollkommen durchgetaktet". Oft stecken hinter diesem Satz Stress und Überforderung. Doch nach welchem Takt leben wir? Selbstbestimmt und genießend oder leistungsorientiert und temporeich? Das Lebenstempo unterscheidet sich weltweit. Großstädte wie etwa New York haben ein hohes Tempo und einen schnellen Takt, anderswo geht es gemächlicher zu. Ein ruhiger Rhythmus tut uns gut. Wenn jetzt nach den Ferien das Leben wieder Fahrt aufnimmt, stellt sich die Frage: Wie finden wir unseren eigenen Takt des Lebens?

Stimmungsbild der jüdischen Gegenwart – Ein Buch zu aktuellen Debatten in Deutschland

hr2-kultur | Jüdische Welt | Freitag, 4. September, 14:30 – 14:00 Uhr
Ausschnitt des Buchcovers mit zwei gezeichneten Personen, die miteinander sprechen und dem Titel Worüber Juden reden. Zehn Gespräche aus Deutschland
Ausschnitt des Buchcovers. © Hentrich & Hentrich Verlag
Über Juden gibt es viele Klischees: Entweder werden sie ausschließlich als Opfer dargestellt, Stichwort Holocaust. Oder als Täter, Stichwort Israel. Oder sie laufen alle mit Schläfenlocken herum. Angeblich. Dass die jüdische Community tatsächlich sehr bunt, dynamisch, widersprüchlich und auch streitbar ist, das zeigt der neue Gesprächsband "Worüber Juden reden. Zehn Gespräche aus Deutschland". Das Werk wurde von einer Redakteurin und einem Redakteur der Wochenzeitung Jüdische Allgemeine geschrieben und behandelt besonders heiße Themen wie AfD, Israel und queere Synagogengänger. Ein Stimmungsbild in Buchform.

Belebendes Wasser – Eintauchen, um erholt aufzutauchen

Camino | hr2-kultur | Sonntag, 6. September, 11:30 Uhr
Camino | hr INFO | Sonntag, 6. September, 13:05 Uhr
Ein lachendes Kind mit Schwimmflügeln im Wasser
Momente des Glücks im Wasser. © Imago / Rolf Poss
Ob Meer, Fluss, See oder Bach: Seit jeher übt Wasser eine besondere Anziehungkraft auf Menschen aus, besonders in den Sommermonaten. Wasser gilt als Sinnbild für das Leben, es erfrischt die Sinne, beruhigt den Geist und es tut der Seele gut. Doch woher kommt diese besondere Anziehungskraft? Und welche Rolle spielt Wasser in der Religion? Wir gehen der Frage nach, was unsere Verbindung zu diesem faszinierenden Element so einzigartig macht. 

Zauber der Versöhnung – Die deutsch-tschechischen Kirchenretter im Sudetenland

Camino | hr2-kultur | Sonntag, 13. September, 11:30 Uhr
Camino | hr INFO | Sonntag, 13. September, 13:05 Uhr
Die gelbe Wallfahrtskirche "Maria Heimsuchung" im Sonnenlicht, im Vordergrund eine Prozession von Geistlichen
Wallfahrtskirche "Maria Heimsuchung" von Hejnice, früher: Haindorf © Imago / CTK Photo
Manchmal beginnt Versöhnung mit einer scheinbar unvernünftigen Idee: Eine Kirche retten zum Beispiel, die längst reif für den Abbruch scheint, mitten im Sudetenland. Über Jahrhunderte lebten Deutsche und Tschechen im Grenzgebiet zwischen Deutschland, Tschechien und Österreich zusammen. Aber Krieg, nationalsozialistische Besatzung und die Vertreibung der Sudetendeutschen haben tiefe Wunden hinterlassen – auf beiden Seiten. Regionale Initiativen sehen alte Kirchen als Orte der Begegnung und Versöhnung und machen sich nun daran, diese gemeinsam wieder aufzubauen. 

Bundesweite Aktion der Evangelischen Kirche – Segen für Auszubildende in Frankfurt 

hr4 | Gemeindeporträt | Sonntag, 6. September, 8:40 Uhr
eine junge Pfarrerin vor einer Wand mit Graffiti formt mit ihren Händen ein Herz
Herzenswünsche und Segen für die neuen Azubis. © Evangelische Kirche der Pfalz
Mit der Segensaktion "Herzen hoch für dich!" hat die Evangelische Kirche in Deutschland jungen Menschen zum Beginn ihrer Ausbildung Mut und Zuversicht zugesprochen. In Frankfurter wurden bundesweit eingereichte Gebetsanliegen von Auszubildenden vorgelesen, in Gebete eingebunden und anschließend zusammen mit 2026 Schaumstoff-Herzen symbolisch in den Himmel geschickt. Jedes Herz stand dabei für einen persönlichen Wunsch. Die Aktion reiht sich ein in eine Reihe neuer Segensangebote der ev. Kirche, mit der sie Menschen erreichen möchte, die bisher wenig Kontakt zu kirchlichen Angeboten haben. 
Wie eine weitere und preisgekrönte Initiative Menschen unterschiedlicher Kulturen in Frankfurt zusammenbringt, hören Sie in diesem Beitrag über das Café Deutschland.

Rollstuhl-Basketball-WM in Kanada – 
Nico verwirklicht sich einen Traum

DASDING | Porträt | Samstag, 5. September, ca. 15:40 Uhr
Nico Dreimüller ist am Ball während eines Rollstuhl-Basketball-Spiels in einer Sporthalle
Startet für Deutschland: Rollstuhl-Basketballer Nico Dreimüller © Ana Sasse
Nico Dreimüller, 28, hat Jura studiert, ist Rollstuhl-Basketballer in der Nationalmannschaft und wird in Kanada für Deutschland antreten. Das gute Miteinander auf dem Spielfeld prägt ihn seit vielen Jahren, besonders dann, wenn das Team zusammen Siege feiert. Doch der Sport hat ihm so viel Lebensfreude und Selbstbewusstsein geschenkt, dass dies am Ende viel wichtiger ist als einzelne Medaillen oder Wettkämpfe.

500 Jahre Reformation in Deutschland – Orte von Bedeutung in Darmstadt

hr iNFO| Himmel und Erde | Sonntag, 6. September, 6:05 und 11:05 Uhr
Innenansicht der Stadtkirche Darmstadt
Im Inneren der Stadtkirche Darmstadt © Clemens Franz/Wikimedia Commons
Im August 1526 ersetzte Landgraf Philipp der Großmütige den katholischen Priester der Marienkirche durch Nikolaus Maurus. Aus der Marienkirche wurde die evangelische Stadtkirche. Schon im darauffolgenden Oktober wurden alle hessischen Pfarrer verpflichtet, das Evangelium nach der Lehre Martin Luthers zu predigen. Von Darmstadt aus verbreitete sich die Reformation in der gesamten Obergrafschaft Katzenelnbogen. Eine Reise in die Geschichte über das Zusammenleben von Protestanten und Katholiken und an bedeutungsvolle Darmstädter Orte, die für die Lutherisierung von Bedeutung sind.

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